3 Fragen an Graham Pope

Graham Pope verleiht gemeinsam mit seinem Freund Pau Simo Fahrräder, die jeder nutzen kann – ohne etwas zu bezahlen.

Die Idee, Fahrräder kostenlos zu verleihen, klingt ziemlich idealistisch.
Warum macht ihr das?
Wir sind Fans von Hospitality Club und Couchsurfing. Nachdem wir in Berlin alle Fahrradverleih-Möglichkeiten ausgetestet haben, waren wir überzeugt, dass wir ein zentrales, kostenfreies System etablieren können, was einfach besser funktionieren würde. Pau hatte in Spanien ein Zeit-Bank-System mitentwickelt. Ich reparierte vorher Fahrräder in einer Non-Profit-Fahrradorganisation in Dublin. Also entwickelten wir im Internet ein einfaches Buchungssystem für drei Fahrräder. Am 15. Juli 2012 haben wir unser erstes Fahrrad verliehen.

Wo finden die Menschen ein Rad, wenn sie eins brauchen?
Wenn jemand das Anfrageformular im Internet ausfüllt, schicken wir ihm eine Nachricht, wo sich das Fahrrad befindet. Die Räder werden in den Hinterhöfen der BikeSurf-Mitglieder in Kreuzberg, Friedrichshain und Prenzlauer Berg abgestellt. Um unsere Kosten so gering wie möglich zu halten, führen wir keinen Shop und keine Zentrale.

Woher bekommt ihr die Fahrräder und wo soll es in Zukunft hingehen?
Die meisten Räder bekommen wir geschenkt. Es ist ein Zeichen von Vertrauen, wenn uns Menschen ihre Fahrräder geben, weil sie aus Berlin wegziehen oder es einfach nicht mehr brauchen. Wir wollen mehr Fahrräder in Umlauf bringen, im Juni sollen es schon 20 sein. Außerdem wollen wir Rad- und Trekkingtouren und Reparier-Stunden organisieren. Mittelfristig wollen wir die Leute ermutigen, das Bike-Surfing in anderen Städten zu etablieren. Dafür arbeiten wir derzeit an einer Webseite, die es ihnen erleichtert, ihren eigenen Zweig zu eröffnen. Denn langfristig soll ein weltweites Netzwerk entstehen.

www.bikesurfberlin.blogspot.de

Foto: Ryan Walsh

Schlagworte des Artikels
,