3 Fragen an die Designerin Isabelle Dahlborg Lidström, die Produkte schön und nach­haltig verpacken will.

Worauf achten Sie als Verpackungsdesignerin im Moment besonders?

Sparsame, qualitativ hochwertigere und klare Verpackungen. Das bedeutet: Weniger ist mehr bei Material, Design und Gewicht. In der Kosmetik-Industrie wird generell Wert auf kleine Extras und ein hochwertiges Design gelegt.
Der Kunde wünscht sich aber ein besonderes Aussehen. Dabei sind diese Extra-Verpackungen nicht notwendig und somit Material-Verschwendung. Für einen koreanischen Kosmetik-Hersteller entwickeln wir gerade ein
nachhaltiges und umweltbewusstes Konzept aus recycelfähigem Papier für eine Bio-Gesichtscreme. Wir orientieren uns dafür an Origami. Das lässt die Verpackung wertig und originell aussehen.

Bedeutet das Label „nachhaltig“ bei Verpackungen, dass sie recycelfähig sind?

Das kommt vor allem auch darauf an, ob es im Land ein Recycling-System gibt und dieses vom Konsumenten genutzt wird. Alle Verpackungen, die ein zweites Leben bekommen, sind nachhaltig. Das bedeutet, wenn man etwas
in einem Glasbehälter kauft, dann sollte man das Glas für etwas Neues verwenden oder in einem Glas-Container entsorgen.

Wie wichtig sind nachhaltige Verpackungen für Hersteller und Unternehmen?

Dieser Trend wächst. Immer mehr Unternehmen wollen dem Kundenwunsch nach Nachhaltigkeit ent­sprechen. Viele schwedische Firmen etwa belohnen ihre Kunden mittlerweile mit Rabatten, wenn sie recyceln. Also, wenn sie
zum Beispiel alte Verpackungen beim Neukauf mitbringen. Natürlich geht
es
immer noch ums Verkaufen, aber die großen Marken haben verstanden,
dass der Konsument Orientierung und Klarheit in einer Welt des Überangebots sucht. Nachhaltigkeit ist da ein wichtiger Maßstab.

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