3 Fragen an Chido Govera

Die afrikanische Unternehmerin Chido Govera züchtet auf Kaffeeabfällen schmackhafte Edelpilze. Mit der Idee schaffte es die junge Frau, sich aus der Armut zu befreien. Heute motiviert sie Hunger leidende Menschen auf der ganzen Welt zu dieser nachhaltigen Pilzzucht.

Dass auf Kaffeesatz ein Austernseitling wachsen kann, klingt ziemlich verrückt. Wie sind Sie darauf gekommen?
Schon als Kind sammelte ich Pilze, damit wir überleben konnten. Als ich 11 Jahre alt war, durfte ich an einem Pilzzucht-Forschungsprojekt für Waisenkinder teilnehmen, das von der ZERI Stiftung finanziert wurde. Deren Ziel ist es, keinen Müll zu produzieren. Wir lernten dort die Idee von kolumbianischen Bauern kennen, die Kaffeeabfälle zur Pilzzucht einsetzten, und experimentierten damit.

Und wie funktioniert das genau?
Es gibt unterschiedliche Arten von Kaffeeabfällen in der Herstellungskette: Auf der Farm gibt es Schnittabfälle der Kaffeebäume, das Fruchtfleisch der Bohnen und Schalen. Jenseits dessen, in den Großstädten der Industrieländer, wird der Kaffee mehrmals geröstet, was auch sehr viel Müll produziert. Und zum Schluss sammeln wir auch den frischen Kaffeesatz direkt von Cafés ein, mischen ihn mit den anderen Abfällen und können dann damit die Pilzbrut ansetzen.

Sie wollen mit dieser Idee nicht weniger als den Hunger auf der Welt bekämpfen. Wie kommen Sie damit voran?
Als ich lernte, wie man Pilze züchtet, war ich nicht nur davon fasziniert, dass man Bioabfälle in Essen verwandeln kann, sondern dass ich mir meinen Traum erfüllen konnte: anderen Waisen und benachteiligten Kindern zu helfen. Mit der Pilzzucht bekämpfen wir nicht nur Hunger, Armut und Missbrauch, sondern bringen sogar erfolgreiche Unternehmer hervor. Chido’s Mushrooms hier in Berlin ist eines davon, das aus ZERIs und meinen Ideen entstanden ist.

www.chidos.org

Foto: Christian Payne

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