3 Fragen an Anna Behrendt, Leiterin des Tiffin-Projekts

3 Fragen an Anna Behrendt (im Foto rechts), Leiterin des Tiffin-Projekts, das die Plastikverpackungen beim Take-away-Essen durch Boxen aus Edelstahl ersetzen will.

Wie entstand die Idee für nachhaltiges Take-away?

Unser Projekt ist eine Initiative des Unternehmens „ECO Brotbox“, dessen Gründer Mustafa Demirtas sich schon viel mit dem Thema Plastik- und Schadstoffvermeidung im Alltag auseinandergesetzt hat. Als er zusammen mit seiner Frau im Kino den indischen Film „Lunchbox“ gesehen hat, waren beide begeistert, wie in Mumbai Essen in Mehrwegbehältern verteilt wird. Hier kommen die „Tiffin-Boxen“ schon seit über 100 Jahren täglich zum Einsatz. Er fragte sich, warum man so etwas nicht auch bei uns im Take-away-Bereich einsetzt.

Wo werden diese schadstofffreien Boxen produziert?

Sie werden direkt in Indien hergestellt. Wir arbeiten dort mit einem kleinen Familienunternehmen in Südindien zusammen, wo die Erfahrung dreier Generationen in der Produktion zusammenkommt. Zudem war uns wichtig, dass den Mitarbeitern faire Löhne gezahlt und natürlich keine Kinder beschäftigt werden. Der verwendete Edelstahl wird vom staatlichen Edel­stahl­produzenten Indiens, der „Steel Authority of India“ (SAIL), bezogen. Dort gelten strenge Produktionsrichtlinien.

Wie kann man an dem Projekt teilnehmen?

Als Kunde kann man sich kostenlos bei einem unserer Partnerrestaurants registrieren, wo man eine Mitgliedskarte erhält. Die lässt man als Pfand zurück, wenn man sein Essen in der vierlagigen Box abholt. Anschließend hat man eine Woche „Leihfrist“, um den Behälter in das Restaurant zurückzubringen. Die Restaurants bekommen von uns ein Starter-Set. Sie sind dann dafür zuständig, die Boxen zu lagern, zu reinigen und den Kunden das Projekt nahezubringen. Im Gegenzug dafür übernehmen wir die gesamte Administration.

www.thetiffinproject.org

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